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WALKING BY MYSELF
 

Die Zeit nutzen, meine Zeit, der ich
weder Flügel geben
noch Abstand gewähren kann.
Sie läuft Seite an Seite mit mir, eine
Synchronschwimmerin, die keinen
Einsatz versäumt,
fast zu schön um perfekt zu sein.

Wir alle haben Angst vor diesem ungewissen Ende,
den Jahrmillionen, die vor uns liegen, neben
uns, unter uns.

Ich erinnere mich plötzlich gewesen zu sein,
aus Dunkelheit, um Licht ringend, aus
unbekanntem Schlaf, tief, und ich weiß,
dass ich mich fragte, woher ich komme, unvorstellbar,
so früh war ich, dass ich bezweifle Sprache
gekannt zu haben, es war fast bevor ich wusste,
dass ich bin.

Seitdem,
über all die Jahre hinweg,
finde ich immer mehr meine Mitte, nähere
mich Stück für Stück, versuche
meinen Kern zu schälen,
meinen Anfang und mein Ende
unbestimmt zu balancieren.


 

orte, die Literaturzeitschrift der Schweiz, Nr. 145, 2006


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