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Gedichte 3.0
Himmel verspätet
den Blues verkauft
Weiße Kreide
issue logs
Mischkulanz
freies Land

GEDICHTE 3.0
 

Gedichte 3.0

Gekrümmte Räume und erschöpfte Zustände, naturwissenschaftliche Betrachtungsweisen, Fürbitten, Selbstbeobachtungen und Zeitungsnotizen. Sie bilden die Basis für 130 Gedichte, die nach den ersten beiden Gedichtbänden des Autors neuen Spuren mit verlagerten Schwerpunkten folgen.


Martin Dragosits, Gedichte 3.0,
Lyrik, Arovell Verlag, 2013
ISBN 978-3-902808-35-6
159 Seiten, 12,90 EUR

Bestellungen unter info@lyrikzone.at


 
 

Not fade away mit 27, / alle sind in dem Alter gestorben, alle, / Elvis zählt nicht, Bluthochdruck / ...

   

Fürbitte Dass der Mond sich zeige / bei Tageslicht, / die Sonne verschwinde / um Mitternacht. // ...

   

Versuchung Wenn ich wüsste, in welcher Ecke / der große Ideentopf köchelt, / bei mittlerer Hitze / ...

   

Selbstgespräch Lasst die Wiesen fliegen, / festgestampften Ärger, Asche / in losgelöster Luft, die Puzzleteile / ...

   

Hot Stuff zwischen Küche und Schlafzimmer / die politische Lage / weltweit unbedarft / lokale Krisen / ...

   

Give me an F Die besten Köpfe haben ihre / Sehnsucht aufgeschlitzt / und Fladenbrot daraus geformt, / ...

   

Gesetzeskonform Ab sofort / werde auf grausame Behandlung / verzichtet // Leichte Schläge / ...

   

Vorschlag Wir vereinbaren / ein individuelles Anti-Aging-Programm / welches spontane Freisetzung / latent vorhandener sexueller Energien / ...

   

Antwort der Sinn / muss das Leben selbst sein // den Atem spüren / auf offener Hand // ...

   

Kopftuchverbot Das Kopftuchverbot / führte im ländlichen Gebiet / zum Aufstand / der älteren Bevölkerung // ...

   




 

Die Gedichte haben einen eigenen Grundton, sind knapper und lakonischer geworden. Sie pendeln zwischen Hebelpunkten, Fragen, Wünschen und Anweisungen. Man kann die Texte auch als ein großes Gedicht verstehen, einander ergänzende und fortschreibende Themen, das Komplizierte visuell in Form gebracht. Vertraute Begriffe, der Autor baut aus ihnen Mosaike, mischt sie mit neuen Elementen und steckt seinen persönlichen Teil dazu. Ein kleines Update, zwölf Takte, / Apostel, Monate. Ein fester Rahmen. / Und rundherum / genügend freier Raum.

Dieser Raum ist durch fünf Kapitel gegliedert, ihre Bezeichnungen sind den Texten entnommen: Honig und Milch, Alles und Nichts, Knall und Radau, Wange und Haar, Land und Meer. Scheinbare Ordnung, die in den Gedichten hinterfragt und gedeutet wird, als wenn wir wüssten, in welcher Ecke der große Ideentopf köchelt und Witze verdirbt. Wozu Gedichte, Widerstand, / all die Kompromisse. Zwischen ellipsenförmigen Wartezeiten, Bärenmarkt und Schlangenpfützen, finden sich Gedichte über Ungeduld, Fettflecken am neuen Anzug, Genügsamkeit und logische Potentiale.

Die Palette der Themen ist vielfältig, wie bereits in den ersten beiden Büchern. Der Buchtitel, Gedichte 3.0, ist eine spielerische Reflexion auf fortgesetzte Zählweisen (Windows 3.0, Led Zeppelin III, Web 2.0), er benennt die Kontinuität im Werk, trotz des Abstands, der sich durch inhaltlich neue Schreibweisen ergibt. am besten / wären kundenspezifische Verse / individuell gestaltbar / Lyrik nach Maß.

Die Gedichte sind in gewisser Weise eine Suche nach dem Paradies, nach Antworten, eine Expedition, die uns zu uns selbst zurückführt, um Anlauf zu nehmen. Dass werde, was gilt, / Land und Meer.


 



Not fade away

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